Die Loire ist noch heute ein einigermaßen wilder, naturbelassender Fluss. Mit über 1000 km Länge ist sie der längste Strom Frankreichs. Ihre Quelle liegt in der Gebirgsregion Cévennes im Département der Ardèche wovon sie nordwärts durch Nevers und Orléans fließt. Im weiteren Verlauf passiert die Loire Städte wie Tours, Saumur und Nantes, um nur einige zu nennen, bis sie schließlich im weiter westlich gelegenen Golf von Biscaya bei St Nazaire in den Atlantik mündet. Das bekannte Loire Tal, was auch von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt wurde, liegt zwischen den Städten Sully sur Loire und Chalonnes sur Loire.
Auf ihrem Weg zum Atlantik münden zahlreiche kleine und große Flüsse in die Loire, die dadurch immer größer wird und an Wassermasse zunimmt.
Eine Besonderheit: Von der Mündung flussaufwärts bis etwa Ancenis wirken die Gezeiten auf den Strom, das sind etwa 90 Flusskilometer! Hier schwankt der Pegel also ständig im Rhythmus von Ebbe und Flut.
Ein Fluss unter Beobachtung
Seit einiger Zeit beobachte ich den Lauf und Verlauf des Flusses zwischen Ancenis und Oudon an der Grenze der Departments 44 Loire Atlantique und 49 Maine et Loire immer wieder. Dabei fotografiere ich unter anderem den selben Flussabschnitt zu unterschiedlichen Jahreszeiten. Meist bei extremen Situationen, wie bei Trockenheit und Hochwasser, die in der letzten Zeit immer häufiger auftreten. So kam ich fast zufällig zu ein paar interessanten Vorher- Nachherbildern, die ich gerne teilen möchte.

Im oberen Foto vom 03.09.2025 hat die Loire nach einem langen trockenen Sommer sehr wenig Wasser im Flussbett. Dadurch konnten die Renaturierungsmaßnahmen wieder aufgenommen werden. Alte künstlich geschaffene Uferbefestigungen wurden dabei entfernt. Mehr Infos dazu in franz. Sprache Programme de rééquilibrage.
Das untere Bild (oben) vom 18.02.2026 wurde bei Hochwasser aufgenommen. Der Strom überspühlte das eigentliche Flussbett und setzte die angrenzenden Wiesen unter Wasser. Dabei kam es auch vereinzelt zu Schäden an Häusern am Rand des Schwemmgebiets. So hoch stand das Wasser seit 1982 nicht mehr. Ermöglicht wurde das durch enorme Regenfälle landesweit im Januar und Februar 2026.
Loire im Sommer 2026
Nach den starken überdurchschnittlichen Regenfällen im Winter folgte eine Phase mit kaum Niederschlag. Die Folgen sind gut sichtbar. Zum Vergleich, die durchschnittliche Jahresabflussmenge liegt hier bei 837 m³/sec. Der Durchschnittswert für einen Juli bei 357 m³.
Der Abfluss des Stroms lag am 13.07.2026 bei etwa 118 m³/sec gemessen an der Station Montjean sur Loire. Der tiefste jemals gemessene Wert liegt bei 50 m³/sec aus dem Jahre 1949. Das Maximum liegt bei 6300 m³/sec vom Hochwasser 1982.
Bild 1 (unten) zeigt den Fluss aktuell (09.07.2026) bei ca 130 m³/sec und einem Pegel von ca – 3m (minus 3m, Station Ancenis)
Bild 2 (unten) die selbe Stelle im Februar (25.02.26, ein Rekordwert) mit einem Pegel von 5,80 m, Abflussmenge bei knapp 6000 m³ ähnlich wie 1982, als der Pegel bei gut 6m lag.

Abflussmenge – das Wasser im Fluss
Durchschnittswert Juli bei 357 m³ – Tatsächlicher Wert Juli 2026 118 m³
Demnach liegt der Abfluss der Loire bei weniger als der Hälfte, der normal um diese Zeit des Jahres gemessen wird. Tendenz weiter abnehmend und zwar etwa 3 m³/sec pro Tag.
Das sind die Auswirkungen von wochenlanger Trockenheit und Hitze. Seit Mitte Mai gab es in Frankreich 3 Hitzewellen, die größtenteils für Temperaturrekorde sorgten.
Und wer ist jetzt Schuld? 😉
Das sind nur ein paar Notizen zur Loire, die ich im Laufe der Zeit weiter ergänze.
In der Zwischenzeit habe ich auf meiner Fotoseite noch ein paar Landschaftsbilder mit Wasser aus dieser Gegend.
Ich hoffe ihr findet das genauso interessant wie ich…
Quellen:
